Netzneutralität – Tempobremse der Deutschen Telekom

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Seit dem 2. Mai 2013 hat die Deutsche Telekom für Neukunden eine monatliche Volumenbegrenzung für Festnetz-Flatrates eingeführt.

Der Einstieg in ein Zwei-Klassen-Internet.

Das Internet bietet für die Kunden bisher Transparenz, Wettbewerb und ausreichende Auswahlmöglichkeit. Die Pläne der Deutschen Telekom über die Einführung einer Tempobremse, der sogenannten Bandbreitenkappung im Festnetz hat eine Diskussion bei der EU-Kommission in Brüssel entfacht. Die Netzneutralität soll europaweit zum Gesetz gemacht werden.

Telekom sieht vor, ab 2016 teurere Flatrates anzubieten, bzw. die Surf-Geschwindigkeit zu drosseln, falls eine festgelegte Obergrenze an Datenmenge überschritten wird. Der hauseigene Fernsehdienst T-Entertain von Telekom soll davon nicht betroffen sein. Der Grund dafür, dieses kostenpflichtige Fernsehprogramm funktioniert nicht mehr einwandfrei bei Internet-Vielnutzern.

Bei einem 16-Megabit-Anschluss kann der Kunde maximal 75 Gigabyte pro Monat per DSL übertragen. Überschreitet der Verbraucher diese Grenze wird die DSL-Geschwindigkeit auf 384 Kilobit pro Sekunde gedrosselt. Dabei werden aber nicht nur Vielnutzer zur Kasse gebeten, sondern auch die Anbieter. Der Monopolist kassiert für die Datendurchleitung. Telekom verdient in Zukunft doppelt.

Noch bis zum 18. Juni kann eine Online-Petition unterschrieben werden. Für den Ausschuss des Bundestages sind 50.000 Unterschriften erforderlich. Diese Petition sieht ein Gesetz vor, nachdem Netzanbieter verpflichtet werden alle Datenpakete gleichberechtigt weiterzuleiten. Die Provider sollen keine Dienste oder Inhalte künstlich verlangsamen oder gar blockieren.

Die Deutschen Telekom betreibt einen Video-Abrufdienst namens Videoland. Bei Videoland, über den Desktop-Computer oder Laptop genutzt, wird das verbrauchte Datenvolumen angerechnet. Im Rahmen des T-Entertain-Angebots wird die Nutzung nicht von der Datenmenge abgezogen. Anbieter sehen sich gezwungen mit der Telekom Verträge abzuschließen um im T-Entertain-Angebot aufgenommen zu werden.

Nach neuesten Meldungen plant die Telekom bereits einen Teilrückzieher. In einer Stellungsnahme an die Bundesnetzagentur werden künftig auch Nutzer des TV-Angebotes Entertain von der Geschwindigkeitsdrosselung betroffen sein. Das lineare Live-TV-Angebot und der Zugang zum fernsehnahen TV-Archiv werden nicht auf das Inklusiv-Volumen angerechnet.

Der kostspielige Netzausbau gilt als Begründung dieses Vorgehens der Telekom. Der Kunde kann sich von dieser Drosselung freikaufen. Die neue Tarifstruktur ermöglicht dem Unternehmen mehr Raum für neue Geschäftsmodelle. Auf der Website verteidigt die Telekom ihre Pläne. Info-Grafiken erläutern den Datenverbrauch. Bei einem Vierpersonen-Haushalt kommen auf eine Person umgerechnet acht Websites und zehn Minuten Videostream. Den Datenvergleich von heute mit der benötigten Datenmenge von 2016 zu vergleichen ist sehr gewagt.

Quelle: wer-ist-billiger.de/dsl-tarifrechner/ Preisvergleich DSL günstig bei wer-ist-billiger.de

This entry was posted on 08/06/2013 at 12:26 and is filed under DSL. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. Responses are currently closed, but you can trackback from your own site.


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